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Kanadagans

Neozoen

Die Neubürger im Tierreich

Neozoen sind solche Tiere die seit Beginn der Neuzeit unter direkter oder indirekter Mithilfe des Menschen in ein

 ihnen zuvor nicht zugängliches Faunengebiet gelangt sind . Die zunehmende Mobilität des Menschen das reisen in

fremde Länder , internationale Handels –und Verkehrsbeziehungen und das Interesse an exotischen Tierarten haben

zu Veränderungen in der heimischen Natur beigetragen . So verwundert es nicht das auch in Gladbeck die

 Neubürger im Tierreich zu entdecken sind . Der interessierte Naturbeobachter braucht nicht lange zu suchen um

fündig  zu werden . An fast allen größeren Stillgewässern in der Stadt ist die Rotwangenschmuckschildkröte kein

ungewöhnlicher Anblick mehr . Die eigentliche Heimat dieser Wasserschildkröte ist Nordamerika . Durch den

Tierhandel wurde und werden jährlich große Zahlen von exotischen Reptilien nach Mitteleuropa eingeführt !

 Dabei nehmen die Wasserschildkröten beim Verkauf an sogenannte Tierfreunde eine große Rolle ein . Als Tiere

 für wenig Geld werden sie für die Terrarienhaltung oder für Gartenteiche angeboten . Wobei der Tierhandel dem

Laien vorgaukelt sie seien einfach zuhalten ! Fakt ist die Realität ist eine andere . Reptilien und besonders

Wasser – und Landschildkröten sind empfindliche und Pflege intensive Geschöpfe . Die Tiere werden als sogenannte

 Babyschildkröten gekauft und können bei guter Pflege bei einigen Arten eine Panzerlänge von 40 cm erreichen .

Werden sie dann zu groß ist ihr Schicksal meistens schon beschlossene Sache , daß bedeutet im günstigstenfalls

werden die lästig geworden Tiere ins Freiland entlassen . Aber bis Heute gib es noch keinen Nachweiß das sich

die Rotwangenschmuckschildkröte in der freien Natur reproduzieren kann . Seit zirka 1989 gelten für einige Arten

Einfuhrbeschränkungen auf dem bundesdeutschen Tiermarkt ! Trotzdem nimmt die Rotwangenschmuckschildkröte

 Platz zwei in der Präsenz der Reptilien in den Ballungsräumen Rhein- Ruhr ein . Ein besonderen Platz bei den

 gebietsfremden Tierarten nehmen die Vögel in Anspruch . Zu Beginn des 19 . Jahrhunderts hat es mindestens

47 Versuche gegeben bei uns nicht heimische Vogelarten in Mitteleuropa anzusiedeln . Nur einige Beispiele aus

unserer Stadt , Kanadagans , Mandarinente  ( Ostasien ) , Trauerschwan ( Australien ) , Halsbandsittich die Liste

der Neubürger ließe sich ohne weiters verlängern . Die Tiere sind entweder Gefangenschaftsflüchtlinge oder

wurden in die Natur ausgesetzt . Im Sinne des Naturschutzes stellen die meisten Neozoen keine Bedrohung der

heimischen Tier- und Pflanzenwelt dar . Aber vereinzelt treten Probleme auf ! In der Geschichte der Evolution hat

es immer wieder Veränderungen in den Lebensräumen und Lebensgemeinschaften von Tieren und Pflanzen

gegeben . Das Aussetzen von gebietsfremden Tierarten ob beabsichtigt oder nicht kann in einigen fällen die

heimische Fauna gefährden . Es geht hier nicht um eine das Verteufeln von Neozoen im allgemeinen sondern um das

Neutrale abwägen des für und wieder dieses Problems .

  

Michael Korn

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