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Kopfbäume ein Juwel der Gladbecker Kulturlandschaft Kopfbäume sind natürlich auch richtige Bäume die eine imposante Krone ausbilden
können , wie zum Beispiel die Silberweiden . Als ausgewachsener Baum ist die Silberweide in unserer Stadt recht selten zu finden . Öfter ist da schon die durch menschliche
Nutzung entstandene Kulturform der Kopfweide anzutreffen . Erst das entfernen der Krone ließ die am oberen Stammende ausschlagfreudigen Bäume mit der typischen
Kopfform entstehen . Im allgemeinen Sprachgebrauch wird des öfteren von Kopfweiden gesprochen , diese Bezeichnung ist zwar nicht falsch aber der Fachmann weiß das sich
auch andere Baumarten als Kopfbäume eignen . Das Artenspektrum reicht von Weichhölzern wie Weiden und Pappeln und sogar Harthölzer wie Eiche , Hainbuche ,
Esche , eignen sich zu dieser Nutzungsform der Natur . Der entscheidene Faktor für diese kulturhistorische Nutzungsform ist der Mensch . Jahrhunderte lang nutzte man für
den Bedarf des bäuerlichen Hofes verschiedene Baumarten als Kopfbäume , sie waren eine regenerationsfähige Rohstoff – und Energiequelle die zur damaligen Zeit auch
rege genutzt wurde . Vor etwa 5000 Jahren wurde der Mensch seßhaft , die Entwicklung vom Jäger und Sammler zum Bauer der Frühzeit begann . Das an einen
Ort gebunden sein bedeutet das der Mensch seine Umwelt so verändern muß das ein Überleben möglich ist . Die ersten Schritte zur einer Landbewirtschaftung ließen nicht
lange auf sich warten , Wälder wurden gerodet , es entstanden Acker – und Weideflächen . Natürlich wurde der Rohstoff Holz in seiner großen Bandbreite zu
verschiedenen Zwecken genutzt und so hat sich vermutlich auch die Kopfbaum Bewirtschaftung entwickelt ! Bedeutende frühgeschichtliche Funde belegen , daß
bereits auf dem heutigen Stadtgebiet der Stadt Gladbeck Menschen lebten . Das ist ein Zeitraum von etwa 4000 Jahren , es gibt zwar keine urkundlichen Beweise der
ersten Nutzung von Kopfbäumen in Gladbeck aber mindesten seit es klein bäuerliche Strukturen in unserer Stadt gibt ist diese Nutzungsform wohl bekannt . Die bäuerliche
Kulturgeschichte der Stadt Gladbeck läßt sich fast 800 bis 900 Jahre zurück verfolgen . Damit diese Quelle nicht versiegte und die Kopfbäume zu schnell vergreisten , gab die
preußische Regierung eine entsprechende Richtlinie heraus . Amtsblatt der preußischen Königlichen Regierung : 3 . 4 . 1832 Seite Nr . 13 , Unzweckmäßigkeiten
des Köpfen der Weidenbäume ! Kopfbäume haben nicht nur für den Menschen einen Nutzen , sie sind als Kulturpflanzen auch ein besonderer Lebensraum für Pflanzen und
Tiere . Bei Untersuchungen wurde festgestellt , daß zirka 200 Insektenarten zum Beispiel die Weiden als Nahrungsquelle benutzen ! Die Umstrukturierung der
Landwirtschaft von Grünland zur Getreidebewirtschaftung hatten in vielen fällen die Rodung der Kopfbäume zur Folge . Im Stadtgebiet Gladbecks haben sich bis Heute
noch 395 Kopfbäume in unserer heimischen Kulturlandschaft erhalten ! Die ökonomische Bedeutung dieser Nutzungsform als Brennmaterial oder zum
Korbflechten ist Geschichte und als Wirtschaftsfaktor in unseren Breiten nicht mehr relevant . Der Mangel an Pflege für die Kopfbäume ( Kopfbaumschnitt ) führt zum
Durchwachsen der Äste , die Bäume werden kopflastig und brechen im schlimmsten Fall auseinander . Um zu verhindern das die Kopfbaum Bestände weiter sinken ,
kommt der Ehrenamtliche Naturschutz und führt eine Sachgemäße Pflege der Kopfbäume durch . Als besonderen Erfolg hat der Bestand der Steinkäuze , die
ausgehöhlte Kopfbäume als Nistmöglichkeit nutzen erhöht ! Die durch den Naturschutzbund Gladbeck durchgeführte Rufbestandskartierung des Steinkauzes hat
für die Stadt Gladbeck ein erfreuliches Ergebnis erbracht . Für eine Flächen mäßige relativ kleine Stadt wie unsere wurden 11 rufende Steinkauzmännchen festgestellt .
Wobei die Zahl der rufenden Steinkäuze annähend mit der Zahl der Brutpaare vergleichbar ist . In vielen Gebieten ist das Schicksal dieses Vogels untrennbar mit
dem Erhalt der Kopfbäume verbunden , das gilt auch für die Stadt Gladbeck ! Michael Korn |