Fließgewässer in GladbeckGegenwart und Zukunft
Die Ortsgruppen Gladbecks des Bund für Umwelt und Naturschutz und der Naturschutzbund Deutschland , hatten ihm Jahr 1992 eine Ausstellung in der Stadt – Sparkasse zum
Thema Fließgewässer in Gladbeck mit dem Untertitel Historie – Zustand – Perspektiven . Gleichzeitig wurde eine Broschüre Veröffentlicht die eine eingehende Untersuchung
der heimischen Bäche beinhaltete . Was hat sich in den 8 Jahren nach diesem beachtlichen Projekt der beiden Naturschutzverbände getan ! Ein Blick in die
Gegenwart im Jahr 2000 läßt den Naturschützer leider nicht sehr viel erfreuliches berichten . Die Palette der Bäche in unserer Stadt reicht vom Abwasservorfluter bis
hin zum naturnahen Fließgewässer . Trotz verbesserter Gesetze wie zum Beispiel Landschaftsgesetz NRW oder Landeswassergesetz ist das Resümee über die
Entwicklung des Schutzes unserer heimischen Bäche ernüchternd . Generell wird den Naturschutzverbänden der Vorwurf gemacht , sie würden nur negatives in den
Vordergrund stellen ! Also Berichten wir erst mal über die positiven Aspekte dieser Thematik . Auf Anregung des Naturschutzbund Gladbeck wurde bei der Offenlegung
des Landschaftsplan Gladbeck Nr . 4 ein Teil der Mühlenbachaue als Naturschutzgebiet ausgewiesen . Des weiteren ist eine zirka 800 m lange in Ost – West Richtung
fließender Abschnitt des Quälingsbach südlich der Uechtmannstraße als Naturschutzgebiet geplant . Der Oberlauf des Nattbachs und des Wittringer Mühlenbachs
komplettieren diese Planungen . Sicherlich ist die Ausweisung von Naturschutzgebieten in unserer Stadt insbesondere von Fließgewässern erfreulich ! Die Ausweisung auf
dem Papier als NSG heißt noch lange nicht das diese Gebiete vor negativen Einflüssen von außen geschützt sind . Denn auch das Umfeld muß in den Schutz der Natur mit
einbezogen sein . Sind Landwirtschaftliche Flächen ( Ackerland ) in der unmittelbaren nähe von Bächen , sollte aus Sicht des Naturschutzes die Bewirtschaftungsform
verändert oder wenigstens gemildert werden . Das heißt von der herkömmlichen Landbewirtschaftung mit hohen Dünger gaben , zu einer naturnahen
Bewirtschaftungsform mit geringen Dünger Einsatz . Als Beispiel die Umwandlung von Ackerland in Grünland wo im Jahr nur ein bis zweimal gemäht wird .
Aber diese Vorstellungen entsprechen leider nicht der Realität ! Die Stadt Gladbeck plant neben dem vorhandenen Naturschutzgebiet Nattbach auf einer Ackerfläche eine
Baufläche auszuweisen . Das gleiche Schicksal soll die Kleine Boy an der Stadtgrenze Gladbeck – Grafenwald auch erleiden , diesmal ist es ein Gewerbegebiet . Man kann
sich nur verwundert die Augen reiben , daß Umweltministerium NRW beschließt ein Auenschutzprogramm und Stadt Gladbeck plant die Bebauung einer Aue ! Ein weiteres
Ärgernis sind die konservativen Methoden der Unterhaltung und Pflege der heimischen Bäche . Trotz der Richtlinie für naturnahe Unterhaltung und naturnahen Ausbau der
Fließgewässer in Nordrhein – Westfalen ist der Schutz der Fließgewässer gering . Das räumen der Bachsohle um den Abfluß zu beschleunigen ist immer noch gang und
gebe . Die Durchlässe unter Straßen und Wegen sind größtenteils immer noch zu klein , so das Wanderer im Tierreich dieses Hindernis nicht überwinden können . Sogar bei
Neuplanungen siehe Breiker Bach werden zu schmale Durchlässe gebaut . Das ablassen von Abwässern in unsere Bäche ist immer noch ein vorhandenes Problem ,
wobei die Begradigung und Uferbefestigung zwar kaum mehr durchgeführt werden , aber die Relikte dieser Maßnahmen an fast jedem Bach im Stadtgebiet zu erblicken
sind . Die Untere Wasserbehörde des Kreises Recklinghausen und die Stadt Gladbeck die für die Pflege und Unterhaltung der Bäche zuständig sind , sehen wohl kein
Handlungsbedarf für die Rücknahme unsinniger Maßnahmen der Vergangenheit . Der Naturschutz steht bei der Unteren Wasserbehörde des Kreise Recklinghausen
nicht im Vordergrund , mehr die finanziellen Voraussetzungen und besonders der Wasserabfluß aus der Landschaft bestimmen das Handeln . Was bringt uns die
Zukunft ? Erfreulich sind die Planungen der Emschergenossenschaft das Emschersystem wieder ieinen naturnahen Zustand zurückzuführen . Aber die Planungen stecken noch in
den Kinderschuhen , so das der naturnahe Umbau von Nattbach , Wittringer Mühlenbach , Boy , Haarbach und Hahnenbach noch sehr viel Zeit in Anspruch nehmen wird .
Zum Abschluß kann man nur hoffen das der Schutz unserer Bäche im Stadtgebiet dem interessierten Naturbeobachter in der Zukunft mehr positives als negatives zu
diesem Thema Berichten muß . Michael Korn |