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Der Buntspecht 
Innerhalb der Spechtfamilie hält er einige Rekorde . Er hat die größte Verbreitung , er ist der häufigste heimische Specht , und er weiß sich fast an allen Orten
durchzuschlagen . Mit seinem Meißelschnabel ist er der Häuslebauer im Vogelreich . Ohne ihn würden viele höhlenbrütende Tierarten obdachlos sein.
Auch wenn er der häufigste Specht ist , ist er alles andere als ein alltäglicher Vogel . In Deutschland kommen zirka 500 . 000 Brutpaare des Buntspechtes vor .
Dabei liegt der Aktionsraum eines Paares bei 40 bis 60 Hektar . Unter nahrungsökologisch günstigen Verhältnissen können die Reviere auch nur
6 bis 10 Hektar umfassen . Bei einem geringen Totholzanteil wie es für die Gladbecker Wälder besonders im städtischen Besitz üblich ist , ist die Specht
Population sehr gering . Bei der vom Naturschutzbund Gladbeck durchgeführten Kartierung des Wittringer Waldes wurde auf einer Fläche von etwa 90 Hektar
Wald – und Parklandschaft schätzungsweise 5 Brutpaare entdeckt . Der Buntspecht ist in verschiedenen Lebensräumen aktiv , in Laub – und Nadelwäldern , Parks ,
Feldgehölzen und Gärten . Häufig wird er akustisch wahrgenommen als gesehen . Die Kix – Rufe sind vermutlich schon vielen Naturfreunden aufgefallen .
Ab Januar beginnt er mit dem Trommeln , in den Monaten März bis April ist der Höhepunkt der Balz . Das Trommeln der Männchen dauert ca . 2 Sekunden , bestehend
aus 10 bis 16 Schlägen . Es dient erstens der Anlockung des Weibchens und der Revierabgrenzung . Das Nest ist eine selbstgezimmerte Höhle ,zumeist in Morschen
Bäumen . Spechte zimmern nicht irgend wo eine Höhle , sie suchen sich gezielt die Bäume aus wo mit wenig Energieaufwand eine Nistmöglichkeit geschaffen werden
kann . So ist es nicht verwunderlich das bei Untersuchungen des Naturschutzbund Gladbeck im Wittringer Wald , der Hochwald mit seinem Alten
Buchenbestand das Optimum an Baumhöhlen besaß . Insgesamt wurden 61 Baumhöhlen entdeckt , wobei allein schon der Hochwald mehr als die Hälfte der Höhlen
beisteuerte . Ab Mitte Mai beginnt das eigentliche Brutgeschäft , Eine Jahresbrut ist bei den Buntspechten üblich , bei einer Gelegegröße von 5 bis 7 Eiern . Die Brutdauer
beträgt 9 bis 12 Tage . Ab einem Alter von 18 bis 19 Tagen zeigen sich die Jungen am Flugloch . Nach etwa 20 bis 23 Tagen fliegen sie aus , werden aber
noch einige Tage gefüttert . Die Nahrung des Buntspechtes besteht aus holzbewohnenden freilebenden Insekten , Insektenlarven und Spinnen , aber auch aus
Sämereien , Beeren , Nüssen und Baumsäften . Er ist überwiegend ein Standvogel . Bei Nahrungsmangel kann er jedoch größere , invasionsartige
Wanderungen von 2000 bis 3000 Kilometer , insbesondere bei nordischen Populationen unternehmen . Zwei weitere Arten der Spechtfamilie kommen im
Stadtgebiet von Gladbeck vor , der seltene Kleinspecht der Wälder mit hohem Totholzanteil bevorzugt . In nur zwei kleinen Waldgebieten in Gladbeck wurde
der Kleinspecht als Brutvogel nachgewiesen . Etwas häufiger ist da schon der Grünspecht zu erblicken , man bezeichnet in auch als sogenannten Erdspecht .
Das heißt er sucht seine Nahrung am Boden wie z . B Ameisen ! Bei Untersuchungen stellte man fest , daß er dazu neigt immer mehr in Städte zu wandern um Neue Reviere
zu erobern . So ist sein Anblick in Gärten und Parks keine Seltenheit mehr . Der größte heimische Specht ist der Schwarzspecht . In unserer Stadt kommt diese imposante
leider nicht vor , der Naturfreund muß schon eine kleine Reise in unsere Nachbarstadt Bottrop unternehmen um seinen Anblick zu genießen ! Wichtig für das
Überleben der heimischen Spechte im allgemeinen ist eine naturnahe Waldbewirtschaftung mit einem Totholzanteil von fünf bis zehn Kubikmeter pro
Hektar Wald . Auch in den kommunalen Wäldern der Stadt Gladbeck sollte es möglich sein , den Totholzanteil zu erhöhen . Tothölzer können natürlich die
Verkehrssicherheit in unmittelbarer Nähe von Wegen beeinträchtigen . Das darf aber nicht bedeuten , daß jeder Tote Baum im Bestand gefällt werden muß ! Man muß das
Ökosystem Wald als Ganzes sehen , den ein Wald besteht nicht nur aus Bäumen . Je höher die Vielfalt , desto stabiler der Waldlebensraum . Es ist kein falschverstandener
Naturschutz , sondern viel mehr gehören Naturschutz und Erholung gleichberechtigt nebeneinander ! Michael Korn |