|
Die Rheinbabenhalde
Von einer Deponie zum Naturschutzgebiet!
Bevor wir uns um das eigentliche Objekt eines Reliktes der Bergbaugeschichte der Stadt Gladbeck annähern wollen, müssen noch einige wichtige Belange zum für und wieder der Halden Aufschüttung in der freien
Landschaft analysiert werden . Einerseits wird von einem sogenannten Landschaftsbauwerk gesprochen , andererseits kann man Halden auch als oberirdische Deponien von Bergematerial bezeichnen . Die nördlich
an der Boy gelegene Halde Rheinbaben wurde nach dem 2. Weltkrieg in einer klein bäuerlichen Kulturlandschaft aufgeschüttet . Die Bottroper Zeche Rheinbaben ist der Verursacher der in früheren Zeiten üblicher Ablagerung
des Bergematerials in der Landschaft! Der Mensch Griff schon sehr früh in diesen Landschaftsraum zu seinem Vorteil ein . Ein Blick in historisches Kartenmaterial zeigt, dass der Nutzungsdruck schon damals ohne
bergbaulichen Tätigkeiten auf die Reste von Naturlandschaft groß war. Um die Auenlandschaft der Boy zu nutzen wurde erst mal die natürliche Vegetationsdecke eines Erlenbruchwald gerodet , es entstanden
Feuchtwiesen im Überschwemmungsbereich der Boy . Die Extensiv durch Beweidung bewirtschaftet und mit der Natur noch im weitesten Sinne eine verträgliche Nutzungsform darstellte . Vereinzelt blieben bewaldete
Bereiche erhalten , die weiter weg vom Fließgewässer und nicht mehr durch Überschwemmungen gefährdeten Flächen wurden in Ackerland umgewandelt . Um 1945 begann die Aufschüttung der Bergehalde Rheinbaben
und endete nach der Stilllegung der Zeche Rheinbaben anno 1967 . Auf einer Fläche von etwa 16 , 9 Hektar hat man 2 Millionen Kubikmeter Bergematerial abgelagert . Seit 1968 ist diese Halde aus der Bergaufsicht
entlassen worden . Der Kommunalverband Ruhr erwarb sie 1986 , sie ist Heute ein Bestandteil des Regionalen Grünzugs C . Im Landschaftsplan Gladbeck Nr. . 4 des Kreises Recklinghausen Entwurf Oktober 1996
bestehen Planungen dieses Relikt der Bergbaugeschichte als Naturschutzgebiet auszuweisen! Sicherlich ist die Ausweisung einer begrünten Halde auch aus Sicht des Ehrenamtlichen Naturschutzes erfreulich, aber es
gib auch negative Aspekte die nicht unter den Tisch fallen dürfen. Den gleichzeitig steht die Bergehalde Rheinbaben im Altlasten Kataster der Stadt Gladbeck! So ist der Verlust wertvoller Landschaftsräume durch
den Flächenverbrauch und die Gefährdung der Oberflächen – und Grundwassers ein gravierender Kritikpunkt der Beurteilung dieser Thematik. Das geplante Naturschutzgebiet umfasst die Bergehalde Rheinbaben mit
spontan eingefundenen großflächigen Birkenbeständen, einem rekultivierten Vorwald aus Grauerlen und Roteichen ausgedehnte Ruderalfluren auf Extremstandorten zwischen Boy, Autobahn A2 und der Beisenstrasse
an der südlichen Stadtgrenze von Gladbeck. Sie ist ein Lebensraum geworden und ein Refugium für eine trockenheitsliebende Tier – und Pflanzenwelt. Ein weiterer Grund für den hohen Schutzstatus ist die so
seltenen Vergleichsmöglichkeiten zwischen Spontanbesiedelung und ungelenkter Weiterentwicklung, mit rekultivierten Halden in der Landschaft. Michael Korn |