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Die Mispel
Ein Geschenk aus der Römerzeit
Die Mispel ist ein typischer Vertreter eines Kulturfolgers !Das geschätzte Wildobst vor 2000 Jahre durch die Römer nach Deutschland , fand dann in Klostergärten eine Zuflucht und verwilderte von dort aus in die Landschaft . Im Mittelalter wurde sie besonders in Mittel – und Süddeutschland kultiviert . Die lateinische Bezeichnung germanica ist doch sehr irreführend , sie gehört nicht zu den einheimischen Gehölzen . Als einheimisch gelten Pflanzen erst dann , wenn sie schon in der Jungsteinzeit in Mitteleuropa vorkamen . Ein Schwerpunkt der Verbreitung in Westfalen sind besonders die westlichen Landesteile . Die ursprüngliche Heimat der Echten Mispel ist der vorderasiatische Raum ( Nordiran ) . Sie wurde schon vor etwa 3000 Jahren im Gebiet des Kaspischen Meeres als gehaltvolles Wildobst angebaut . Wegen ihrer Seltenheit im Stadtgebiet Gladbecks , muß der interessierte Naturbeobachter schon einige Mühe aufwenden , um das Juwel der Rosengewächse in unserer Heimatstadt zu erblicken . Einige Standorte wo der Betrachter fündig wird : Breiker Höfe , der Wittringer Wald und vereinzelt an Bahndämmen ist sie noch anzutreffen . Als Licht – und Schattenpflanzen bevorzugt sie Plätze die windgeschützt und sonnig sind . Solche Standortbedingungen findet sie in unserer Heimatstadt entlang von Gebüschen und Heckensäumen . Hauptsächliche Verwendung findet und fand die Mispel als Obst , im November geerntet sind die Früchte im wahrsten Sinne des Wortes Steinhart . Erst nach Frosteinwirkung oder mehrwöchiger Lagerung wird das Fruchtfleisch weich und entwickelt einen säuerlichen – aromatischen Geschmack . Seit dem 17 – 18 Jahrhundert verlor sie ihre Bedeutung als Obst für die menschliche Ernährung , andere Obstsorten drängten sich in den Vordergrund wie z . B Äpfel und Birnen . Der Wert für die heimische Tierwelt ist nicht unbedeutend . Der dichte Strauch eignet sich vorzüglich als Brutgehölz und Versteck . Die pollenreichen Blüten sind wertvoll für Pillenwespen , Pelzbiene , Honigbiene und andere Insektenarten . Häufig findet man die Mispel mit anderen wärmeliebenden Arten , wie etwa Weißdorn , Schlehe , Hundsrose , Liguster oder Berberitze vergesellschaftet . Was der Mensch heute nicht mehr zu schätzen weiß , die schmackhaften Früchte , schätzen um so mehr die heimischen Vögel . Amsel , Kernbeißer , Ringeltaube und andere verspeisen sie mit Wohlbehagen . Dieser urwüchsige und knorrige Strauch sollte wieder mehr Wertschätzung durch den Menschen erfahren ,daß heißt im einzelnen Anpflanzungen in Kulturlandschaft vor Ort und natürlich auch in Gärten .
Michael Korn |
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